Liebe deine Sprache – Der Verein Deutsche Sprache e.V.

Der Stammtisch des Verein Deutsche Sprache e.V. in Köln

Hörbildfolge (Podcast-Episode) zum Thema:

13. Mai 2026 von Jörn Beckesch

Lesezeit: 5 Minuten

Schneller Einblick: Der Verein Deutsche Sprache e.V. trifft sich regelmäßig in Köln und anderen Orten, um über bewusste Sprachpflege zu diskutieren. Die Teilnehmer beobachten, dass Sprache ein Werkzeug ist, das man kennen und pflegen muss, um präzise zu denken und zu handeln. Es geht nicht um Purismus, sondern darum, dass Menschen in ruhigem Rahmen miteinander über Sprache nachdenken und ernsthaft miteinander kommunizieren.


Ein Donnerstagabend im Kölner Vereinsheim der Siebenbürger Sachsen. 17 Menschen sitzen um einen Tisch. Verschiedene Altersgruppen, verschiedene Berufe. Aber alle haben etwas gemeinsam: Ihnen brennt etwas unter den Nägeln, das mit Sprache zu tun hat. Mit deutscher Sprache.

Das ist kein Deutschunterricht. Und auch kein Besserwisser-Treffen. Das ist der Stammtisch des Vereins Deutsche Sprache. Jeden zweiten Monat in Köln. Ein Treffen von Menschen, die glauben, daß die Sprache nicht einfach verfällt — dass sie bewusst gepflegt und gestaltet werden kann.

Sprache als Werkzeug oder als Erbe?

Ein Mann sitzt am Tisch. Er hat eine Zeitung dabei — ausgedruckt. Mit Bleistift markiert er Fehler: „Getroffen worden“ statt „getroffen“. Ein kleiner Fehler. Aber für ihn ist er nicht klein. Er ist ein Symptom.

Das mag manchem übertrieben wirken. Wer kümmert sich noch um solche Details in einer Zeit, in der Sprache ständig im Fluss ist? Wo eben Englisch einfach schneller geht? 

Aber hier am Tisch wird deutlich, worum es den Menschen wirklich geht: Sprache ist nicht einfach da. Sprache ist ein Werkzeug. Und wenn wir das Werkzeug nicht kennen, können wir es nicht gut nutzen. Das ist wie ein Handwerker, der seine Werkzeuge nicht mehr kennt — die Arbeit wird nicht besser, wenn das Werkzeug verändert wird, ohne dass wir das bewusst steuern.

Wer trifft sich beim VDS-Stammtisch?

Eine Frau nickt. Sie arbeitet in einer Schule. Sie beobachtet: „Es gibt immer mehr Kinder, die nicht wissen, was Hauptwort und Verb sind. Sie können sprechen. Aber die Struktur fehlt.“ Das ist eine Einzelbeobachtung aus ihrem Unterricht.

Ein pensionierter Lehrer erzählt: „Ich bin Lehrer gewesen. Und ich sehe, dass die deutsche Sprache immer weniger gepflegt wird. Wir haben Anglizismen, wo wir deutsche Wörter hätten. Und das interessiert viele junge Menschen überhaupt nicht. Das beunruhigt mich.“ Auch das ist eine persönliche Wahrnehmung.

Ein Mann — Anfang vierzig — teilt später eine eigene Überzeugung: „Wenn ich präzise rede, denke ich präziser. Und wenn ich präzise denke, handle ich bewusster.“ Diese Verbindung zwischen Sprache und Denken ist eine These — ob sie wissenschaftlich belegt ist, wird hier nicht erörtert.

Die Runde besteht aus Lehrern, Handwerkern, Schreibern, Pensionären. Menschen, die in ihrem Alltag beobachten, wie Sprache funktioniert — und wie sie möglicherweise verändert wird.

Der Verein Deutsche Sprache — was ist das eigentlich?

Der VDS vertritt eine bestimmte Position zu Sprachveränderung: Er interpretiert manche Veränderungen als Verfall und versucht, eine bewusstere Nutzung der Sprache zu fördern. Er versteht sich nicht als konservativ im klassischen Sinne, sondern als an Sprachqualität interessiert — es geht nicht um Purismus, sondern um bewusste Nutzung.

Die Stammtische sind das dezentrale Rückgrat dieser Arbeit. Lokal. Niedrigschwellig.

Der Verein Deutsche Sprache existiert seit 1997. Bundesweit über 12000 Mitglieder; weltweit über 36000. Die Grundidee ist simpel: Sprache muss bewusst gepflegt und gestaltet werden. Und das geht nicht allein — das geht nur zusammen.

Warum Stammtische wichtig sind

Der Stammtisch schafft einen Raum, in dem Menschen ernsthaft miteinander reden können, ohne dass einer den anderen „abschießt“. Das ist selten geworden. In sozialen Medien wird über Sprache oft schnell und emotional gestritten. Hier am Tisch geschieht das Gegenteil: Menschen hören einander zu. Sie teilen Beobachtungen. Sie denken zusammen.

Das passiert in einem Vereinsheim. Mit Getränken und Kuchen. Mit Besteck. Mit Menschen, die sich nicht mit “Likes” und “Shares” messen, sondern damit, ob sie einander wirklich verstanden haben.

Die Stammtisch-Teilnehmer erleben das nicht als Nostalgie. Sie verstehen sich nicht als rückwärtsgewandt — sondern als an präziser Kommunikation interessiert. Die Überzeugung ist: Sprache hat Konsequenzen. Es macht einen Unterschied, wenn wir miteinander statt übereinander reden.

Ein lokales Engagement für Sprachaufmerksamkeit

Der VDS wird manchmal kritisiert — der Vorwurf ist Purismus oder Rückwärtsgewandtheit. Wer die Stammtische besucht, merkt schnell: Das ist nicht das, was dort passiert. Es ist kein Versuch, Sprache zu erstarren. Es ist das Engagement für eine lebendige Sprache, die ihre Präzision bewahrt.

Der Unterschied ist wichtig: Eine Sprache, die bewusst gepflegt wird, bleibt präzise. Eine Sprache, die nur funktional ist und schnell sein muss, verliert Nuancen. Das ist ein Angebot, nicht eine Verordnung. Ein Vorschlag für Menschen, denen Sprachbewusstsein wichtig ist.

Ein Angebot für Sprachliebhaber

Wenn du in deiner Nähe einen VDS-Stammtisch haben möchtest — oder wenn du einfach neugierig bist, was dort passiert — findest du auf der Website des Vereins alle Orte und Zeiten. Es braucht keine Mitgliedschaft, um zu einem Stammtisch zu gehen. Es braucht nur das Interesse, dass Sprache wichtig ist. Dass sie bewusst gepflegt werden kann. Dass es einen Unterschied macht, wenn wir präzise miteinander sprechen.

Das ist ein lokales Engagement für Sprachaufmerksamkeit mit Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz. Mit echtem Interesse daran, wie wir miteinander kommunizieren.

Hier geht´s zur Internetseite des Verein Deutsche Sprache e.V.:

vds-ev.de

Hinweis: Dieser Artikel ist auf Basis der Podcast Folge KI-gestützt erstellt und von Mitgliedern des Verein Deutsche Sprache e.V. korrigiert worden.

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